Start of something new Ein weiterer Blog.
many hopes, plans and wishes "Nicht noch einer", denkt ihr euch.
we'll see what happens. Wir sind ein Unikat.
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Monday, April 22, 2013

Limbus - Teil 3/3


Meine Uni werde ich nie wieder sehen, davon war ich vollkommen überzeugt, denn ich wollte für immer bei
meinem Schwarm mit den speziellen Augen bleiben. Ich liebte ihn; sogar nach fünf Jahren hatte ich immer noch Gefühle für ihn und nur in meiner eigenen Welt konnten wir uns sehen. Dafür war ich sogar bereit, mein Leben in der Realität aufzugeben. Als ich meine Augen öffnete, stand ich an der Bushaltestelle; vor mir ragte das giftgrüne Gemeindehaus, das ich seit dessen Erbauung hasste. Welcher Vollidiot kam auf die hirnrissige Idee, ein Gebäude gelbgrün anzumalen? Furchtbar war in dieser Hinsicht noch untertrieben.

„Es ist so hässlich.“

 „Ich weiss.“

Er stand neben mir, aber mein Blick war immer noch auf das Haus gerichtet. In meiner Welt würde ich das Gemeindehaus abreissen und seinen Vorgänger, der alt und gemütlich gewesen war, wieder an Ort und Stelle erstehen lassen.

„Ich freue mich, dass du dich so entschieden hast“, sagte er zu mir und legte seinen Arm um meine Schultern,
„nur will ich nicht, dass du es irgendwann bereust.“

Friday, April 19, 2013

Limbus - Teil 2/3


Wo ist meine Uni? Moment, war ich überhaupt unterwegs zu einer Vorlesung? Ich konnte mich nicht erinnern sondern lief kopflos durch die Altstadt. Ich dachte über meinen normalen Tagesablauf und über das, was ich noch zu tun hatte, nach, als ich mit Entsetzen feststellen musste, dass ich wieder nicht in Sankt Gallen war. Zum Glück war ich nicht wie letztes Mal irgendwo in der Toskana, sondern in einer grösseren Stadt Europas.

Aux Champs-Élysées...

„Nein, bitte, sagt mir nicht, dass ich in Paris bin!“, doch beim genaueren Betrachten der Umgebung wurde meine Befürchtung wahr. Ich erblickte den Eiffelturm und auch den Triumphbogen konnte ich von meinem Standpunkt aus sehen.

Aux Champs-Élysées...

Ich befand mich eindeutig in Paris.

Au soleil ou sous la pluie, à midi ou à minuit...

Tuesday, April 16, 2013

Limbus - Teil 1/3


Das alte Gebäude vor mir war nicht meine Uni. Ehrlich gesagt, befand ich mich nicht einmal auf dem Rosenberg von Sankt Gallen, sondern eher irgendwo in einer Altstadt Südfrankreichs oder Italiens. Oder war es sogar Spanien? Die Bauart der ganzen Umgebung sah jedenfalls stark nach dem Mittelmeerraum aus. Die Universität selbst ähnelte mehr einem katholischen Kloster als einem Bildungsinstitut. Naja, wenigstens strahlten die Farben mehr Wärme aus als das kalte Grau des Betons, aus dem meine Uni gebaut wurde. Seltsamerweise wusste ich aus irgendeinem Grund ganz genau, wo der Eingang der klosterartigen Uni war, und ging da auch hinein. Die nächste Vorlesung begann gleich. Volkswirtschaft, sofern ich mich erinnern konnte, oder war es Bundesstaatsrecht? Wieso sollten die Südeuropäer überhaupt einen Vortrag über das Schweizerbundesrecht halten? Ganz in Gedanken versunken, stiess ich die alte Holztür aus massivem Holz, die die Wirtschaftsfakultät von der Theologischen trennt, auf, als mir plötzlich ein bekanntes Gesicht entgegenkam. Ich starrte die Person wie versteinert an. Woher kannte ich diesen Studenten? Moment, diese stechenden, grüngesprenkelten, braunen Augen und die unverkennbaren Augenbrauen, die genauso gut dem Teufel gehören könnten, hatte ich schon einmal gesehen. Genauer gesagt war ich indirekt dazu gezwungen, sie fünf Jahre lang zu ertragen, deshalb war es praktisch unmöglich für mich, diese auffälligen Merkmale einfach zu vergessen. Ich hatte es versucht, aber bis zum heutigen Tag hatte ich es nicht geschafft, sie aus meinen Erinnerungen zu verbannen. Seine Gesichtszüge hatten sich kaum verändert, nur seine Haarfarbe schien heller zu sein als damals. Sie stand ihm. Er musterte mich ebenfalls eine halbe Ewigkeit und schien sich nun auch langsam an mich zu erinnern, denn seine Augen blitzten vor Freude und Überraschung. Auch das mir allzu bekannte verschmitzte Lächeln huschte über seine Lippen.